WORT

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von meierrr

sprache
in dir will ich atmen
sprach sie
und gab durch sprachsinn
in sprache
atem

drei.

von neumann

dreifaltigkeit
dreieinigkeit
vatersohn
undheilgergeist

vatermutterkind
vatermutter
kind

für mich immer
die dunkle seite des mondes
immer immer immer
die dunkle seite des mondes

ich werde niemals heiraten
ich werde niemalsnie
heiraten.

k. k.o

von lofi deluxe

wir stellen dosen mit erbsen drin auf den kopf,
im supermarkt.

wir schminken uns, und steigen auf unser fahrrad, das kein tandem ist.

es sind nicht nur rapsfelder, die wir durch den kakao ziehen. wir halten keine daumen raus, aber wir fahren immer mit.

i knew a girl who taught her tits to write superhits.

mein spamordner ist voll von ekel und verheißung die niemand haben will.
du wirst mich niemals müde machen.

mit dem temperament eines implodierenden porzellanladens und dem einfühlungsvermögen eines dummen kuckucks sortiert einer sich sein leben zurande. randnotizen im stapellauf. kathartisch sich aus dem dumpfsumpf der dauerbedrogung rauswühlen.

klausürlich klopfen fette näpfe an meine tür.
ich mache auf,
und trete rein.

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von kniffo kackebart

Die Pizza auspacken. Den Ofen heizen.
Backpapier ausrollen. Rost reinscheiben.
Zigarette anzünden. In die Röhre schauen.
Gesicht wärmen. Rauch atmen.
Der Käse blubbert. Die Lungenbläschen veröden.
Der Pizzaboden bräunt.

Zweckkannibalismus

von meierrr

Ich fraß mein Herz
um meinem Schmerz
Einhalt zu bieten

nun liegt es
schwer wie ein Stein
mir im Magen

bckyrd kng

von to01

[ich bin absolut. substanztiefe; abgetaucht in zeilen wähne ich mich grüngestählt, beton zerreissend, herrlichkeiten schaff' ich. hand und fuß saugen und graben sich fest, halten, nehmen, fetzen, finden, bilden mich und wachsen; stets erneuernd. geballtes wasser in verletztliches gepackt, umwunden, mannigfaltig nachschießend, falls verletzt. FORCE IT°. nicht zu stoppen, einzig durch mich selbst; ein teil von mir, auch dies ein sieg. auf dach, turm, berg und spitzenzeiten, erklär ich nicht: ich zeige, bin dein rückgrat, stütze, deine luft. sei mein, so möchte ich rufen, doch das bist du bereits.]

mandarin

von lofi deluxe

in deiner abendgarderobe siehst du aus wie eine königin.
du wirfst alte briefe in den brennenden kamin.
im fenster blumen mit umrissen wie verirrte gespenster.

komm, wir müssen los, sag ich.
hast du n bisschen geld einstecken?

ja, hab ich.

auf der türschwelle bleibt mein blick an diversen fotos hängen, die du in den holzrahmen gepinnt hast. fotos, die deine freunde von dir beim tanzen gemacht haben. du siehst glücklich aus, und schneidest grimassen. deine haare, sind nass und hängen dir ins gesicht. man bekommt eine ahnung davon wie du küsst.

du schaust mich dreivierteläugig an, tust dann so als würdest du mich hauen, lachst, und sagst “spinner”.

auf dem kopfsteinpflaster der straße zanken sich zwei tauben.
in deinen augen: schimmer.

wir gehen jetzt an öffentlichkeit.

es ist soweit,
zeit,
wir sind bereit.

die kinder auf dem kiezfest halten sich an ihren eltern und an ihren süßigkeiten fest. sie sind bunt bemalt und freuen sich mit verschwiegener genugtuung schmetterlinge, piraten und scheue katzen zu sein.

die prinzessin wurde von ihrem prinzen vergessen,
und sie weint ganz fürchterlich, bitterlich, schlimm.

die sonne fällt in einem ganz bestimmten winkel ein.
die schatten kriegen eine färbung.
und wir kriegens hin.

wir sind nicht mehr sehr jung.
und das
finden wir
nicht schlimm.

verwegene lebensläufe.
ungesunde einkäufe.

deine haare riechen nach rauch und nach shampoo.
wir sind verwirrte meeresbewohner, die sich gegenseitig an land holen.

ich gehe buttermaiskolben kaufen, während du wartend am geländer stehst.
ein kopfloses blinzeln in die herbstlumineszenzen vertreibt dir die zeit.

um dich herum hat sich alles verändert.

eden.

von neumann

und auf dem fensterbrett
stirbt vor sich hin
die pflanze

und anne sagt
sie heiße robusta
alles von ikea
hat namen

Sollbruchstellen

von meierrr

In manchen Momenten denke ich zurück an die Zeiten bevor es überhaupt Gefahr lief auseinanderzubrechen. Da waren noch keine Risse vorhanden und alles hielt. Wir packten es sorgsam ein, wie man bei Umzügen das Geschirr in Zeitungspapier einwickelt, damit es nicht bei dem Transport über weite Strecken zu Bruch geht. An diesem Punkt war uns noch nicht klar, wo sich die Ecken und Kanten befinden und wie groß die Reibungsfläche wirklich sein kann, wenn man sich selbst keinen Platz zur Bewegung lässt.

Später dann war es eine vereinzelte Linie, die sich auf dem weißen Untergrund absetzte. Kaum wahrnehmbar wenn man nicht genau hinschaute, denn um wirklich zu merken, dass etwas nicht in Ordnung war, musste man schon mit dem Finger drüberfahren. Drückte man dabei zu sehr auf, fand man spiegelgleiche Schnitte in der eigenen Haut wieder.

Das erste Mal dann war es nur ein Splitter, dessen Geräusch beim Abplatzen kurze Zeit später zur ständigen Alarmglocke werden sollte, denn langsam häuften sich die Kerben, geprägt von scharfen Kanten. Man musste vorsichtig sein, um sich beim Tragen keinen von diesen fiesen Kratzern zu holen, die so schwer wieder verheilen.

Wann wir letztendlich fielen, weiß keiner mehr so richtig. Aber in den Momenten in denen wir uns treffen, sei es in irgendeinem Club oder sonst wo, da fangen die Narben dann an zu jucken. Obwohl wir schon fast wieder ordentlich Hallo und Tschüss sagen können. Ist das Jucken dann zu stark muss ich ganz schnell meine Sachen packen und in die kalte Nachluft hinaus, sonst ist es kaum zu ertragen. Zwischen all den Menschen. Und dir.