mandarin

by lofi deluxe

in deiner abendgarderobe siehst du aus wie eine königin.
du wirfst alte briefe in den brennenden kamin.
im fenster blumen mit umrissen wie verirrte gespenster.

komm, wir müssen los, sag ich.
hast du n bisschen geld einstecken?

ja, hab ich.

auf der türschwelle bleibt mein blick an diversen fotos hängen, die du in den holzrahmen gepinnt hast. fotos, die deine freunde von dir beim tanzen gemacht haben. du siehst glücklich aus, und schneidest grimassen. deine haare, sind nass und hängen dir ins gesicht. man bekommt eine ahnung davon wie du küsst.

du schaust mich dreivierteläugig an, tust dann so als würdest du mich hauen, lachst, und sagst “spinner”.

auf dem kopfsteinpflaster der straße zanken sich zwei tauben.
in deinen augen: schimmer.

wir gehen jetzt an öffentlichkeit.

es ist soweit,
zeit,
wir sind bereit.

die kinder auf dem kiezfest halten sich an ihren eltern und an ihren süßigkeiten fest. sie sind bunt bemalt und freuen sich mit verschwiegener genugtuung schmetterlinge, piraten und scheue katzen zu sein.

die prinzessin wurde von ihrem prinzen vergessen,
und sie weint ganz fürchterlich, bitterlich, schlimm.

die sonne fällt in einem ganz bestimmten winkel ein.
die schatten kriegen eine färbung.
und wir kriegens hin.

wir sind nicht mehr sehr jung.
und das
finden wir
nicht schlimm.

verwegene lebensläufe.
ungesunde einkäufe.

deine haare riechen nach rauch und nach shampoo.
wir sind verwirrte meeresbewohner, die sich gegenseitig an land holen.

ich gehe buttermaiskolben kaufen, während du wartend am geländer stehst.
ein kopfloses blinzeln in die herbstlumineszenzen vertreibt dir die zeit.

um dich herum hat sich alles verändert.